9.3.: Auf einmal überschlagen sich die Ereignisse. Eine Freundin ruft an und sagt, ab sofort könnten sich alle über 70 impfen lassen. Wieso weiß sie das und ich nicht? Kein Ton davon in den Nachrichten, nichts im Radio. Sie hat es über eine App erfahren. Ab 19 Uhr rufe ich rund um die Uhr die 116 117 an. Gegen 19.45 habe ich eine Frau am anderen Ende der Leitung. Ich sage, dass ich mich für eine Impfung im Kreis Lörrach anmelden möchte. Sie schaut nach. Da sei alles voll, vielleicht gäbe es in Waldshut einen Termin. Ich solle in der Warteschleife bleiben. 35 Minuten vergehen. Ich bin ganz sicher, dass die Verbindung irgendwann beendet wird. Doch nein, ein junger Mann meldet sich. In den nächsten 10 Minuten schlage ich einen Ort nach dem anderen vor: Baden-Baden, Ludwigsburg, Stuttgart, Altensteig… Alles negativ. Ich bewundere seine Geduld. Heidelberg?, meint er. „Ist mir egal“, sage ich. „Nur möglichst bald.“ Und dann der Satz: „In Heidelberg hätte ich einen Termin in 2 Wochen für Sie und ihren Mann!“ Wir fallen uns in die Arme und öffnen eine Flasche Sekt. Wie kann man sich so über einen Impftermin freuen! Doch, ja. Denn er ist lebensrettend.